Welchen Krebspatienten könnten Immuntherapien besonders helfen?

Bei der so genannten DNA-Methylierung werden Grundbausteine der Erbsubstanz einer Zelle chemisch zeitweise verändert. Dieser epigenetische Mechanismus ermöglicht der Zelle eine selektive Nutzung bestimmter DNA-Bereiche, wodurch sich die Zelle beispielsweise an ihre Umgebung anpassen kann. Das geschieht im menschlichen Körper Tag für Tag. Veränderungen der DNA-Methylierung spielen bei der Entstehung von Krebserkrankungen eine Rolle. So weisen Tumorzellen oft Methylierungsmuster auf, die von denen gesunden Gewebes abweichen. Eine interdisziplinäre Studie des Universitätsklinikum Frankfurt hat nun bestimmte epigenetische Muster bei PatientInnen mit metastasiertem Hautkrebs identifiziert. Diese erlauben eine Prognose, ob betroffene Patienten auf eine Immuntherapie ansprechen. Die Ergebnisse könnten auch für andere Tumoren relevant sein.

Pembrolizumab+Lenvatinib verbessert Überleben in der KEYNOTE-775

Auch beim Endometriumkarzinom ist eine möglichst maßgeschneiderte Therapie basierend auf molekularen Charakteristika die Zukunft, so Experten auf einem Symposium im Rahmen des AGO-State-of-the-Art-Kongresses. Einen bedeutsamen Fortschritt in der immunonkologischen Therapie stellt die jüngst publizierte Verlängerung des Überlebens durch die Kombination von Pembrolizumab und Lenvatinib beim fortgeschrittenen Endometriumkarzinom dar.

Neue Kombination aus Impfstoff und Immun-Checkpoint-Inhibitoren als vielversprechender Ansatz gegen Krebs

Laut einer neuen Studie von Immunologen der Universität Konstanz könnte ein neuer Krebsimpfstoff die positive Wirkung bestehender Immuntherapie-Medikamente verstärken und die Erfolgsquote der Behandlungen von 20 % auf 75 % steigern. Der Impfstoff, der ein neues Immunstimulans enthält, das auch für den Einsatz beim Menschen geeignet ist, konnte die in der Studie behandelten Mäuse teilweise von Tumoren befreien.

Behandlung der chronischen Immunthrombozytopenie im Kontext von SARS-CoV-2

Die Behandlung der chronischen Immunthrombozytopenie (cITP) schließt unter anderem immunsuppressive Therapien ein. Der Einsatz von Anti-CD20-Antikörpern (Off-Label) zielt z. B. auf die Depletion CD20-positiver B-Lymphozyten ab. Dies könnte die gesundheitlichen Risiken für die Patienten erhöhen. Tavlesse® (Fostamatinib) bietet mit seinem neuartigen Wirkmechanismus eine Alternative. Es ist für erwachsene cITP-Patienten zugelassen, die gegenüber anderen Behandlungsarten therapieresistent sind. In der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) wird der Wirkstoff ab der Zweitlinientherapie empfohlen.