Personalisierte Medizin bei Leukämie

Die akute myeloische Leukämie ist die häufigste akut verlaufende Leukämieform in Deutschland und tritt meist bei älteren PatientInnen auf. Aufgrund von Begleiterkrankungen können diese jedoch meist nicht mit einer intensiven Chemotherapie behandelt werden. Standard-Medikament für die Behandlung bei älteren PatientInnen sind die Substanzen Azacitidin und Decitabin.Eine internationale Studie mit maßgeblicher Beteiligung der Ulmer Universitätsmedizin zeigt nun, dass die Behandlungsergebnisse durch die Kombination mit neuen Medikamenten zu einem signifikant besseren Therapieansprechen führt.

Bisherige Ergebnisse und Perspektiven für Venetoclax bei Akuter Myeloischer Leukämie

Der BCL 2-Hemmer Venetoclax ist seit 2021 in der EU in Kombination mit Azacitidin, Decitabin oder Low dose Cytarabine zur Erstlinientherapie älterer AML-Patienten zugelassen. Den guten Daten hierzu steht eine schwache Datenlage für rezidivierte oder refraktäre (r/r) AML-Patienten entgegen, bei denen Venetoclax jedoch seit längerem off-label eingesetzt wird.

Neu diagnostizierte AML: Venetoclax-Kombinationen führen bei unfitten Patienten zu längerem Leben

Die Europäische Kommission hat am 19. Mai 2021 eine Indikationserweiterung für Venetoclax in der Indikation akute myeloische Leukämie (AML) erteilt. Diese umfasst die kombinierte Gabe des B-Zell-Lymphom-2(BCL-2)-Inhibitors mit einer hypomethylierenden Substanz (HMA) bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter AML, die nicht für eine intensive Chemotherapie geeignet sind.

„Über den Genen“ – Wie die Epigenetik zur Entstehung von Leukämien beiträgt

Leukämien betreffen alle Altersgruppen, allerdings steigt ihre Inzidenz mit dem Alter stark an. Trotz der großen Behandlungsfortschritte liegt die 5-Jahres-Überlebensrate – je nach Leukämieform – nur bei etwas über 50 %. Daher wird weltweit nach neuen Therapieansätzen geforscht. Dabei stehen insbesondere Gene im Fokus, die das Wachstum von Krebszellen beeinflussen. Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart und des DRK-Blutspendedienstes Frankfurt in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt eine neue Verbindung zwischen Krebsgenen und der Wachstumssteuerung von Zellen entdeckt.