Depressionsbehandlung: Niedrigschwellige Kardinalmaßnahmen als Ergänzung oder Alternative zur Pharmako- oder Psychotherapie

Niedrigschwellige Kardinalmaßnahmen sollten aufgrund ihrer Zugänglichkeit, einfachen Umsetzbarkeit und Effektivität unabhängig vom Schweregrad der Depression grundsätzlicher Therapiebestandteil sein. Sie können ergänzend oder als Alternative zur Pharmako- oder Psychotherapie angewandt werden. Sie stärken die Betroffenen in ihrer Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit und tragen hiermit zu einer höheren Erfolgsrate der Depressionsbehandlung bei.

Neurobiologie und Neuropsychologie der Verhaltenssüchte am Beispiel der Gaming Disorder

Für eine optimierte Prävention und Behandlung von suchtartig ausgeübten Verhaltensweisen ist ein Verständnis der neuropsychologischen und neurobiologischen Prozesse notwendig. Bisherige Forschung zeigt, dass eine Überaktivierung belohungsassoziierter Prozesse und eine Herunterregulierung selbstregulatorischer Fähigkeiten für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Verhaltenssüchten wichtige Mechanismen darstellen.

Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie bei chronischen Kopfschmerzerkrankungen

Chronische Kopfschmerzen verursachen häufig psychosoziale Konsequenzen, die sich wiederum negativ auf die Schmerzen auswirken und die weitere Chronifizierung fördern. Eine effektive Schmerztherapie sieht die Schmerzen vor dem Hintergrund der komplexen bio-psychosozialen Zusammenhänge und bezieht möglichst alle Aspekte der Schmerzerkrankung mit ein. Mit der IMST existiert ein etabliertes Behandlungskonzept in teilstationärem und stationärem Rahmen.

Moyamoya-Angiopathie und zerebrale Vaskulitis als Differenzialdiagnosen der Multiplen Sklerose

Die Multiple Sklerose ist mit mehr als 120.000 Erkrankten in Deutschland die häufigste chronische ZNS-Erkrankung junger Menschen, die zu bleibender Behinderung und vorzeitiger Berentung führen kann. Differentialdiagnostisch müssen chronisch-infektiöse Erkrankungen, Kollagenosen, Leukodystrophien und Sonderformen entzündlich-demyelinisierender Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zu den seltenen Differentialdiagnosen gehören die Moyamoya-Angiopathie und die Primär isolierte ZNS-Vaskulitis (PCNSV).

Fatigue und Fatigability bei MS – Zwei Seiten einer Medaille

Fatigue ist ein prominentes und vielschichtiges Symptom der Multiplen Sklerose. Trotz seiner Bedeutung sind der Begriff und das Phänomen nur unscharf definiert. Hilfreich ist die Entwicklung des Begriffs Fatigability, der die Änderung der Leistungsfähigkeit (change of performance) erfasst und sie der Fatigue als der subjektiven Wahrnehmung des Patienten (subjective sensation) gegenüberstellt.

Spinale Muskelatrophie: Jetzt zugelassen − Gentherapie ermöglicht SMA-Babys das Sitzen

Die spinale Muskelatrophie führt im frühen Kindesalter aufgrund der Atemlähmung zum Tode. Ursache der seltenen Erkrankung ist ein Gendefekt des SMN-Proteins (Survival of Motor Neuron), das die Motoneurone stabilisiert. Jetzt lässt sich mittels Gentherapie der Code für das SMN-Protein ersetzen. Dies ermöglicht den betroffenen Babys eine normale motorische Entwicklung – sie können selbständig atmen, den Kopf heben und sitzen lernen.

Crystal Meth − Verbreitung, Hilfesystem und Konsumgewohnheiten

Crystal Meth ist ein hochpotentes Amphetaminderivat, das Euphorie, Unternehmungsfreude sowie eine Steigerung des Selbstwertgefühls auslöst und gleichzeitig das Schlafbedürfnis sowie Hunger und Durst unterdrückt. Während des Entzuges fühlen sich Konsumenten reizbar, ängstlich oder deprimiert (Postkonsumsyndrom), sie erleben ein starkes Drogenverlagen (Craving). Zu den langfristigen Nebenwirkungen zählen Atemwegs- und Infektionserkrankungen sowie Angststörungen, Depression und Suizidalität.

Clusterkopfschmerz und andere trigemino-autonome Kopfschmerzen: Was gibt´s Neues?

Trigemino-autonome Kopfschmerzen gehören zu den selteneren primären Kopfschmerzerkrankungen. Zu dieser Gruppe gehören neben dem Clusterkopfschmerz die paroxysmale Hemikranie, die Hemicrania continua und das SUNCT-/SUNA-Syndrom. Aufgrund ihrer Seltenheit werden diese Kopfschmerzen häufig fehldiagnostiziert. In der hier vorliegenden Arbeit soll eine Übersicht über das klinische Bild und therapeutische Möglichkeiten gegeben werden.