Symptombezogene Therapie der Multiplen Sklerose – eine Zusammenfassung der Leitlinienempfehlungen 2021

Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche und neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der neben der verlaufsmodifizierenden, immunologisch orientierten Therapie die symptombezogene Therapie eine wichtige Rolle spielt, insbesondere bei progredienten Verläufen und Patienten mit alltags- und berufsrelevanten Funktionsbeeinträchtigungen. Diesem Umstand trägt die 2021 aktualisierte S2k-Leitlinie zur „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-Optica-Spektrum- und MOG-IgG assoziierten Erkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie Rechnung, in der der aktuelle Wissensstand nicht nur zu den Immuntherapien, sondern auch zu den vielfältigen Symptomen der MS zusammengefasst ist und evidenzbasierte Empfehlungen für deren Behandlung gegeben werden. Die vorliegende Übersichtsarbeit stellt diese für die fünf häufigsten und bedeutsamsten Symptome der MS – Fatigue, eingeschränktes Gehvermögen, Spastik, Blasenstörungen und kognitive Störungen – vor, für die übrigen Symptome sei auf den Leitlinientext auf der Homepage der DGN verwiesen.

Die MS-Therapie mit Cladribin-Tabletten ist anders: hocheffektiv, langwirksam, gute Impferfolge

Die Impulstherapie gewinnt bei der Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose weiter an Bedeutung – die bisher vorhandene Evidenz stützt eine frühe, hocheffektive Therapie. Aktuell wird im Kontext der Impfungen gegen SARS-CoV-2 deutlich: Im Unterschied zu anderen MS-Therapien führte bei mit Cladribin-Tabletten behandelten MS-PatientInnen eine Impfung gegen SARS-CoV-2 zu hohen Antikörpertitern, die jenen von unbehandelten MS-PatientInnen und gesunden ProbandInnen nach Impfung glichen.Auch in den neuesten Therapieempfehlungen spiegelt sich die Sonderstellung von MAVENCLAD® wider.

Zum virtuellen Training bei Multiple Sklerose – Eine kritische Auseinandersetzung zu Möglichkeiten der Evaluation für das Funktionstraining online

Zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßige trainingstherapeutische Maßnahmen positive Effekte für Menschen mit Multiple Sklerose (MS) bedeuten. Die Datenlage basiert zum großen Teil auf in Präsenz durchgeführten und untersuchten Trainingsplänen. Mit der COVID-19- Pandemie wurden viele Therapie- und Trainingsinterventionen auf eine virtuelle Ebene gehoben.

Unter deutscher Federführung: Neue internationale MRT-Leitlinie bei Multipler Sklerose

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist heute für die Diagnostik, Prognoseabschätzung und Verlaufsbeurteilung der Multiplen Sklerose (MS) nicht mehr wegzudenken. Auf der ganzen Welt gibt es dazu Konsensuspapiere – jetzt gelang erstmals einer internationalen transatlantischen Expertengruppe eine umfassende Revision, Erweiterung und Vereinheitlichung der Empfehlungen zum Einsatz der MRT bei der MS.

Besondere Aspekte der multiplen Sklerose bei Kindern und Jugendlichen

Die pädiatrische MS hat viele Gemeinsamkeiten mit der Erwachsenen MS, unterscheidet sich aber auch in wichtigen Bereichen wie einer erhöhten Schubrate, frühen kognitiven Beeinträchtigungen und der Prognose. Weiterhin besteht eine breitere Differenzialdiagnose innerhalb der akuten demyelinisierenden, aber auch im Bereich der neurometabolischen und infektiösen Erkrankungen. Kinder und Jugendliche mit MS entwickeln bereits in der Anfangsphase kognitive Probleme mit erheblichen Auswirkungen auf den schulischen Alltag.

Moyamoya-Angiopathie und zerebrale Vaskulitis als Differenzialdiagnosen der Multiplen Sklerose

Die Multiple Sklerose ist mit mehr als 120.000 Erkrankten in Deutschland die häufigste chronische ZNS-Erkrankung junger Menschen, die zu bleibender Behinderung und vorzeitiger Berentung führen kann. Differentialdiagnostisch müssen chronisch-infektiöse Erkrankungen, Kollagenosen, Leukodystrophien und Sonderformen entzündlich-demyelinisierender Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zu den seltenen Differentialdiagnosen gehören die Moyamoya-Angiopathie und die Primär isolierte ZNS-Vaskulitis (PCNSV).

Fatigue und Fatigability bei MS – Zwei Seiten einer Medaille

Fatigue ist ein prominentes und vielschichtiges Symptom der Multiplen Sklerose. Trotz seiner Bedeutung sind der Begriff und das Phänomen nur unscharf definiert. Hilfreich ist die Entwicklung des Begriffs Fatigability, der die Änderung der Leistungsfähigkeit (change of performance) erfasst und sie der Fatigue als der subjektiven Wahrnehmung des Patienten (subjective sensation) gegenüberstellt.