Neue Entwicklungen der medikamentösen Epilepsietherapie

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wirksamkeit der Epilepsietherapien trotz einer Vielzahl neuer Antikonvulsiva nicht wesentlich verbessern lassen. Allerdings erlaubte größere Medikationsvielfalt eine im Hinblick auf die Langzeitverträglichkeit bessere und individualspezifische Therapie. Zuletzt wurden die Therapiemöglichkeiten durch die Zulassungserweiterungen bei generalisierten Epilepsien und im Kindesalter von Lacosamid und Perampanel sowie durch die Zulassung von Cannabidiol und Fenfluramin bei seltenen und schwer behandelbaren Epilepsiesyndromen verbessert.

Neue und alte Anfallsklassifikationen im Vergleich

Eine intuitive und verständliche Klassifikation von Anfallsformen ist der Grundstein für die Kommunikation zwischen Patient, Hausarzt, Neurologe und Epileptologe. Die operationale Klassifikation von Anfallsformen der ILAE 2017 adressiert eine Reihe von Problemen mit der vorherigen Version von 1981 und bietet in der erweiterten Fassung eine Vielzahl nützlicher Anfallssymptome. Als konkurrierende Alternative wird die semiologische Klassifikation vorgestellt.

Die Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung im Krankenhaus

Viele Problemfelder erschweren den Umgang und die Versorgung von Menschen mit einer geistigen Behinderung im Krankenhaus. Die emotionale Situation, die möglichen Verhaltensauffälligkeiten, die eingeschränkte Kommunikation und deren Wechselwirkungen untereinander sind ein Teil davon. Diese zu verstehen ist ein Grundbaustein, um Lösungswege zu finden und so die Versorgung zu gewährleisten und zu verbessern.

Ansätze zu einer personalisierten Medizin bei Menschen mit Epilepsie und geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung stellen eine wichtige Klientel innerhalb aller Epilepsiepatienten dar. Sie haben oft schwer behandelbare Epilepsien, außerdem aufgrund der geistigen Behinderung besondere Bedürfnisse. Dies betrifft z. B. eingeschränkte Möglichkeiten zur Kommunikation und Kooperation, spezielle Begleiterkrankungen und besondere psychosoziale Umstände.