Therapieresistente Depressionen – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Etwa ein Drittel aller Patienten sprechen nicht auf eine antidepressive Behandlung an. Die Prädiktion des antidepressiven Behandlungserfolgs ist auch heute noch sehr begrenzt. Ursachen für die Therapieresistenz können diagnostische Faktoren, komorbide psychiatrische und somatische Erkrankungen, unzureichende Compliance, inadäquate Behandlung, Wechselwirkungen und Stoffwechselvarianten sein.

Depressionsbehandlung: Niedrigschwellige Kardinalmaßnahmen als Ergänzung oder Alternative zur Pharmako- oder Psychotherapie

Niedrigschwellige Kardinalmaßnahmen sollten aufgrund ihrer Zugänglichkeit, einfachen Umsetzbarkeit und Effektivität unabhängig vom Schweregrad der Depression grundsätzlicher Therapiebestandteil sein. Sie können ergänzend oder als Alternative zur Pharmako- oder Psychotherapie angewandt werden. Sie stärken die Betroffenen in ihrer Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit und tragen hiermit zu einer höheren Erfolgsrate der Depressionsbehandlung bei.

Therapieresistente Depression: leitliniengerechte Behandlung und neue Optionen

Einem Großteil der Patienten, die an einer depressiven Episode leiden, lässt sich mit leitliniengemäßer Therapie – im Falle einer schweren depressiven Episode die Kombination von „lege artis“ durchgeführter Psychotherapie und antidepressiver Pharmakotherapie – gut helfen. So zeigte die STAR*D Studie, in der verschiedene Behandlungsstrategien bei depressiven Episoden untersucht wurden, dass die Remissionsrate über den ersten Behandlungsschritt bei 37 %, im zweiten Behandlungsschritt bei 31 % lag.