ASCO 2022:  Hodgkin-Lymphom — Kombinationstherapien mit dem ADC Brentuximab-Vedotin überzeugen

Erstlinientherapie mit einer Kombination aus dem Anti-CD30-Antikörper-Wirkstoff-Konjugat und herkömmlicher Chemotherapie verbessert das Gesamtüberleben bei Patienten mit Stadium III/IV klassischem Hodgkin-Lymphom signifikant. 6 Jahre nach ECHELON-1-Studienbeginn wurde eine Follow-up-Analyse gezogen, welche Brentuximab-Vedotin (BV) klar als bevorzugte Therapieoption zeigt. Auch für die Behandlung von Hochrisiko-Hodgkin-Lymphomen bei Kindern erwies sich die Kombination mit BV als vorteilhaft gegenüber der aktuellen Standardtherapie.

Roboterassistierte Nierenteilresektion unterschiedlich komplexer Nierentumoren

Die roboterassistierte Nierenteilresektion (NTR) komplexer Tumoren ist ein anspruchsvolles chirurgisches Verfahren. Der R.E.N.A.L.-Nephrometry-Score ermöglicht eine präoperative Einteilung von Nierentumoren in niedrige, mittlere und hohe Komplexität anhand anatomischer Kriterien. Die Fluoreszenzdiagnostik mit der FireFly-Technik kann als hilfreiches Tool für eine optimierte Nierenteilresektion eingesetzt werden.

Einsatzgebiete der Elektrochemotherapie in der Dermatologie

Das Auftreten weit verbreiteter kutaner und subkutaner Tumorknoten ist für viele Patienten mit fortgeschrittenem Melanom oder anderen primären oder metastasierten Tumoren eine belastende und psychisch fordernde Situation. Die Elektrochemotherapie ist ein Ansatz zur lokalen Kontrolle von disseminierten kutanen und subkutanen Tumoren, ob primär oder metastasiert. Das Verfahren ist sicher, einfach, wirtschaftlich, hochwirksam und kann mit allen gängigen Systemtherapien kombiniert werden.

ASH 2021: Neue klinische Daten zu Daratumumab-Rd bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom ohne ASZT-Option

Auf der ASH-Jahrestagung Anfang Dezember 2021 wurden unter anderem aktuelle Studiendaten zu Daratumumab (Darzalex®) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (DRd) bei Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) infrage kommen, vorgestellt. Neben einer Subgruppenanalyse der MAIA-Studie zu Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, wurden eine Therapiesequenzsimulation und US-amerikanische Real-World-Daten präsentiert.

Nierenzellkarzinom: EU-Zulassung für Pembrolizumab als erste Therapie im adjuvanten Setting

Pembrolizumab ist jetzt als Monotherapie für Erwachsene mit Nierenzellkarzinom zugelassen, bei denen ein erhöhtes Rezidivrisiko nach einer Nephrektomie oder nach einer Nephrektomie und Resektion metastasierter Läsionen besteht. Pembrolizumab ist damit die erste Immuntherapie, die in Europa im adjuvanten Setting für diese Patienten mit Nierenzellkarzinom nun früher im Verlauf ihrer Behandlung als Therapieoption zur Verfügung steht.

TIL-Therapie beim malignen Melanom

Die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom hat sich dank Immuncheckpoint-Inhibitoren und zielgerichteten Therapien mit BRAF-Inhibitoren in den ver-gangenen Jahren stark verbessert. Leider stirbt aber immer noch die Mehrheit der Patienten mit metastasiertem Melanom an ihrer Erkrankung, daher braucht es weitere Therapieansätze. Die Behandlung mit in vitro aktivierten und expandierten tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TIL) zeigt bei bis zu 50 % der Patienten ein langanhaltendes Ansprechen.

Neues Organ-on-Chip-System ermöglicht präzise Stoffwechsel-Überwachung von 3D-Tumorgewebe

Bei Organ-on-Chip-Systemen werden dreidimensionale Gewebemodelle durch einen künstlichen Kreislauf so miteinander verbunden, dass sie auf einem Mikrochip agieren wie Organe im Miniaturformat. Ein Forschungsteam vom Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) an der Universität Freiburg hat ein neues System entwickelt, das via Mikrosensoren die Kulturbedingungen und Stoffwechselraten der Zellen jederzeit messen und steuern kann. Darüber hinaus kann mithilfe des Chip-Systems auch die Wirkung von Medikamenten auf den Zellstoffwechsel überprüft werden und so neue Chancen einer personalisierten Therapie eröffnen.

Ohrspeicheldrüsentumor: Weltweit erster roboterassistierter minimalinvasiver Eingriff gelungen

Zum ersten Mal weltweit haben Spezialisten in Kiel einen Tumor der Ohrspeicheldrüse (Glandula Parotis) mit Hilfe roboterassistierter Technologie minimalinvasiv entfernt. Im Gegensatz zu bisherigen Operationsmethoden waren dafür nur minimale Schnitte am Hals nötig, insbesondere die Mimik des Patienten blieb vollständig erhalten. Mit Hilfe des Roboters können zudem anatomisch versteckt und chirurgisch ungünstig liegende Tumoren – wie bei dem Patienten in Kiel – besser erreicht werden, der bereits wenige Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus schmerzfrei verlassen konnte.