Psychosomatik und Somatopsychologie: ein Lieblings- und ein Stiefkind in der Medizin?

Psychosomatik boomt. Allein in den vergangenen 20 Jahren haben sich in Deutschland die einschlägigen Betten in Akuthäusern fast verdreifacht, während insgesamt die Zahl der Krankenhäuser und Betten zurückging. Psychische Erkrankungen können auch heute noch zu einer Stigmatisierung führen, aber wer im Freundeskreis von einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik berichtet, bekommt meist eher Verständnis oder sogar Anerkennung.

Medikamentöse Migräneprophylaxe

Kopfschmerzen führen viele Betroffene zum Hausarzt. Liegt ein schwerer Kopfschmerz vor, handelt es sich in den meisten Fällen um eine episodische oder chronische Migräne, die bei häufigen Attacken durch einen Übergebrauch von Akutmedikation kompliziert sein kann. Die Regelversorgung von Migränepatienten sollte neben der Akuttherapie der Attacke auch die Aufklärung über die Möglichkeiten einer Prophylaxe beinhalten und bei entsprechender Indikation auch eine prophylaktische Therapie einleiten.

Neue und alte Anfallsklassifikationen im Vergleich

Eine intuitive und verständliche Klassifikation von Anfallsformen ist der Grundstein für die Kommunikation zwischen Patient, Hausarzt, Neurologe und Epileptologe. Die operationale Klassifikation von Anfallsformen der ILAE 2017 adressiert eine Reihe von Problemen mit der vorherigen Version von 1981 und bietet in der erweiterten Fassung eine Vielzahl nützlicher Anfallssymptome. Als konkurrierende Alternative wird die semiologische Klassifikation vorgestellt.

Multiple Sklerose und Kinderwunsch – Erfahrungen aus dem Deutschen Multiple Sklerose und Kinderwunschregister

MS-Patientinnen haben nicht per se eine Risikoschwangerschaft. Durch die Erkrankung wird das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen oder negative Schwangerschaftsausgänge nicht erhöht, sodass die meisten Patientinnen gesunde Kinder haben werden. Dennoch sollten Schwangerschaften gut geplant werden, und die Therapieoption mit dem größtmöglichen Nutzen für die Mutter und dem geringstmöglichen Risiko für das Kind gemeinsam mit der Patientin und ihrem Partner eruiert werden.

Ernährung und Schluckstörung bei Morbus Parkinson

Hat man früher die Parkinson’sche Erkrankung im Wesentlichen auf die Motorik reduziert, weiß man heute, dass es sich hier um ein wesentlich komplexeres Krankheitsbild handelt, das auch das vegetative Nervensystem umfasst und insbesondere auch gastrointestinale Zusammenhänge mit der Krankheitsentstehung diskutiert werden. Daraus ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen Ernährung und Schluckbeschwerden bei Morbus Parkinson, der hier im Einzelnen diskutiert werden soll.

Stimulation des Ganglion sphenopalatinum zur Behandlung des chronischen Cluster-Kopfschmerzes

Der Cluster-Kopfschmerz wird nach der aktuellen Klassifikation der International Headache Society als primärer Kopfschmerz der Gruppe der tri­gemino-autonomen Kopfschmerzen zugeordnet. Es lassen sich eine episodische und eine chronische Verlaufsform unterscheiden. Die Kopfschmerzattacken werden typischerweise von autonomen Sym­ptomen im Gesichtsbereich begleitet.

Neurofeedback bei Kindern mit ADHS – Welche Wirkungen sind zu erwarten?

EEG-Neurofeedback ist ein mögliches, ergänzendes Verfahren zur Behandlung von ADHS. Es knüpft an Beobachtungen an, wonach Kinder mit ADHS neurophysiologisch eine Untererregung aufweisen. Standardprotokolle im Frequenzbandbereich (Theta/Beta, SMR) oder der ereignisbezogenen Hirnaktivität (LP) wurden in einer Reihe von Studien untersucht. Diese lassen den Schluss zu, dass NF, bei dem Standard-Protokolle eingesetzt werden und ein neurobehavioraler Ansatz verfolgt wird, ein spezifisch wirksamer und somit evidenzbasierter Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS ist.

Die Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung im Krankenhaus

Viele Problemfelder erschweren den Umgang und die Versorgung von Menschen mit einer geistigen Behinderung im Krankenhaus. Die emotionale Situation, die möglichen Verhaltensauffälligkeiten, die eingeschränkte Kommunikation und deren Wechselwirkungen untereinander sind ein Teil davon. Diese zu verstehen ist ein Grundbaustein, um Lösungswege zu finden und so die Versorgung zu gewährleisten und zu verbessern.

Ansätze zu einer personalisierten Medizin bei Menschen mit Epilepsie und geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung stellen eine wichtige Klientel innerhalb aller Epilepsiepatienten dar. Sie haben oft schwer behandelbare Epilepsien, außerdem aufgrund der geistigen Behinderung besondere Bedürfnisse. Dies betrifft z. B. eingeschränkte Möglichkeiten zur Kommunikation und Kooperation, spezielle Begleiterkrankungen und besondere psychosoziale Umstände.