Medizinische Innovation am Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien basiert auf innovativer präklinischer Forschung und klinischer Prüfung. Die Studien in frühen klinischen Phasen der Arzneimittelentwicklung sind nur in speziellen Einrichtungen hoch spezialisierter Krankenhäuser realisierbar: Das Uniklinikum und die Universität Würzburg sind Teil des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung und betreiben hierfür als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland eine Early Clinical Trial Unit.

Erste „App auf Rezept“ mit KI für alle Krebspatient:innen

Seit Oktober 2020 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für sogenannte digitale Gesundheitsanwendungen, auch als „Apps auf Rezept“ bekannt. Grundlage dafür ist das Digitale-Versorgung-Gesetz. Dank dem Gesetz haben alle Kassenpatient:innen Anspruch auf zusätzliche, innovative Angebote wie Mika, die erste und bislang einzige DiGA für alle Krebspatient:innen. Eine Pilotstudie der gynäkologischen Onkologie an der Berliner Charité gibt deutliche Hinweise darauf, dass eine regelmäßige Nutzung der App die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patient:innen steigert und psychische Belastungen reduziert.

ASCO 2021 – Adenokarzinom der Lunge: Erstmals Daten zu Nintedanib + Docetaxel nach Immun-Chemotherapie 1st-line

Auf der diesjährigen virtuellen ASCO-Jahrestagung wurden erstmals Daten der deutschen prospektiven nicht-interventionellen Studie VARGADO präsentiert. Diese geben Hinweise darauf, dass Nintedanib (Vargatef®) in Kombination mit Docetaxel eine effektive Zweitlinientherapie nach Immun-Chemotherapie in der Erstlinie beim fortgeschrittenen Adenokarzinom der Lunge darstellen kann.

Personalisierte Brustkrebstherapie

Rund 25 % der Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium weisen befallene Lymphknoten auf, von denen zwei von drei Patientinnen postmenopausalsind. Die Mehrheit dieser Patientinnen erhält
zurzeit eine Chemotherapie, obwohl ungefähr 85 % von ihnen ein Recurrence Score® Ergebnis von 0 bis 25 aufweisen.

Digitale Hilfe: Neue Themenreise in der Mika-App zu Eierstockkrebs

Die neue „Themenreise“ bietet Frauen mit Eierstockkrebs evidenzbasierte Informationen zu ihrer Erkrankung. Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie an der Charité Berlin erklärt dort, wie Eierstockkrebs erkannt wird und wie der Behandlungspfad aussieht, von der Operation über die Chemo- bis zur Erhaltungstherapie.

Wichtige genetische Schaltstelle für die frühe Blutbildung entschlüsselt

Forschende konnten erstmals zeigen, dass eine bestimmte Schaltstelle namens EVL/MIR342 im Erbgut der Stammzellen eine wichtige Rolle für deren weitere Entwicklung in eine der beiden Blutzelllinien spielt. Sie fanden zudem Hinweise darauf, dass die besonders aktive Erbgut-Region an der Herausbildung verschiedener Formen von Blutkrebs beteiligt sein könnte.