Besondere Aspekte der multiplen Sklerose bei Kindern und Jugendlichen

Die pädiatrische MS hat viele Gemeinsamkeiten mit der Erwachsenen MS, unterscheidet sich aber auch in wichtigen Bereichen wie einer erhöhten Schubrate, frühen kognitiven Beeinträchtigungen und der Prognose. Weiterhin besteht eine breitere Differenzialdiagnose innerhalb der akuten demyelinisierenden, aber auch im Bereich der neurometabolischen und infektiösen Erkrankungen. Kinder und Jugendliche mit MS entwickeln bereits in der Anfangsphase kognitive Probleme mit erheblichen Auswirkungen auf den schulischen Alltag.

Therapieresistente Depressionen – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Etwa ein Drittel aller Patienten sprechen nicht auf eine antidepressive Behandlung an. Die Prädiktion des antidepressiven Behandlungserfolgs ist auch heute noch sehr begrenzt. Ursachen für die Therapieresistenz können diagnostische Faktoren, komorbide psychiatrische und somatische Erkrankungen, unzureichende Compliance, inadäquate Behandlung, Wechselwirkungen und Stoffwechselvarianten sein.

Neue Entwicklungen der medikamentösen Epilepsietherapie

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wirksamkeit der Epilepsietherapien trotz einer Vielzahl neuer Antikonvulsiva nicht wesentlich verbessern lassen. Allerdings erlaubte größere Medikationsvielfalt eine im Hinblick auf die Langzeitverträglichkeit bessere und individualspezifische Therapie. Zuletzt wurden die Therapiemöglichkeiten durch die Zulassungserweiterungen bei generalisierten Epilepsien und im Kindesalter von Lacosamid und Perampanel sowie durch die Zulassung von Cannabidiol und Fenfluramin bei seltenen und schwer behandelbaren Epilepsiesyndromen verbessert.

Diagnostik der ADHS im Erwachsenenalter – Ein Update

Nachdem in den letzten 20 Jahren eine Reihe von, mittlerweile als bewährt zu bezeichnenden, Verfahren für ADHS im Erwachsenenalter entwickelt wurden, sind bis auf wenige Ausnahmen keine grundlegenden Neuerungen zu erkennen. Adaptation an DSM-5 und perspektivisch an ICD-11 stehen oft noch aus. Aktuelle Fragen der Diagnostik zentrieren sich um Themen wie Dimensionalität der ADHS im Erwachsenenalter, spezifische Fragen der Diagnostik (u. a. Manifestation im Zeitverlauf).

Update der S1-Leitlinie zu „Neurologischen Manifestationen bei COVID-19“ veröffentlicht

Im August 2020 wurde die S1-Leitlinie zu „Neurologischen Manifestationen bei COVID-19“ unter Federführung von Prof. Dr. med. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN, veröffentlicht. Nun folgte ein erstes Leitlinien-Update, denn es gab zwischenzeitlich relevante Erkenntnisse im Hinblick auf neurologische Manifestationen, ihre Therapien sowie die besondere Risikokonstellation von Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Placebos wirken auch bei bewusster Einnahme

Als Scheinmedikamente ohne pharmakologische Wirkstoffe kommen Placebos in klinischen Studien häufig als Vergleichsgröße zum Einsatz. Dass sie überraschend starke Effekte erzielen können, selbst wenn die Teilnehmenden das Placebo wissentlich einnehmen, konnten die Forschenden aus dem Department für Psychische Erkrankungen des Universitätsklinikums Freiburg nun wissenschaftlich belegen.